Gute Texte schreiben – so gelingt es jedem in 3 einfachen Schritten

Sie stehen vor der Aufgabe, einen Text zu schreiben oder zu bewerten, und wissen, nicht wie Sie starten sollen? Die vielen Tipps im Internet klingen zunächst einfach. Doch wenn es um die Umsetzung geht, wird es meistens zu kompliziert. Ich zeige Ihnen, wie sie ohne langes Üben die wichtigsten Tipps für gute Texte umsetzen.

Es gibt genau 3 Phasen der Texterstellung. Darunter lassen sich mehr oder weniger alle Tipps, goldenen Regeln und Anleitungen für gute Texte aus dem Netz einordnen:

Inhaltsverzeichnis

  1. Vorarbeit

    Themen und Gliederung festlegen (Konzept)

  2. Schreibarbeit

    Themen ausformulieren und Stil optimieren (Schreiben)

  3. Finaler Check

    Fehler ausbügeln (Checkliste)

1. Vorarbeit: erst denken, dann einen richtig guten Text schreiben

In den meisten Ratgebern für gute Texte werden Sie für den Start diese 4 Regeln finden:

  1. Zielgruppe definieren
  2. Konzept erstellen
  3. Gliederung aus Überschriften, Grafiken und Absätzen überlegen
  4. Stil festlegen

Das ist alles absolut richtig. Aber Hand aufs Herz! Wenn Sie kein geübter Texter oder Blogger sind, könnten diese Tipps Sie mehr verwirren, als Ihnen weiterzuhelfen.

Mein Tipp: Notieren Sie in Stichworten die wichtigsten Aspekte Ihres Themas und der Rest ergibt sich wie von selbst!

Und das ist gar nicht so schwer. Wenn Sie sich folgende Frage beantworten, finden Sie die richtigen Unterthemen und berücksichtigen fast automatisch die 4 Tipps: „Warum schreibe ich diesen Text?“

Und so geht’s: 2 Text-Beispiele aus der Praxis

Beispiel 1: Blog-artikel „Tipps fürs Kofferpacken“

Antwort auf die Frage, z. B.: 
Ich schreibe für junge Reiseliebhaber, die individuelle Tipps schätzen. Ich liefere konkrete Tipps, wie man Koffer packt.

Der Stil ist eher locker, jung, vielleicht sogar bewusst umgangssprachlich. Sie schreiben fast so, wie Sie sich mündlich ausdrücken würden.

Mögliche Themen:
– Koffermodelle
– Kleiderauswahl
– Packmethoden
– Tipps fürs Handgepäck

Mögliche Gliederung:
– 4 Absätze
– 4 Zwischenüberschriften
– Fotos zu den Koffermodelle
– ggf. Links der Anbieter
– Anleitungsvideo/YouTube-Link

Beispiel 2: Werbebroschüre „Frühbucher-Rabatt für Winterreisen in die Sonne“

Antwort: 
Ich schreibe für Stammkunden mittleren Alters, die besondere Reisen mit gutem Service suchen. Es geht darum, das Exklusive und Besondere zu betonen.

Der Stil ist wahrscheinlich förmlich und werbend. Sie wählen beschreibende, malerische sowie werbliche Wörter.

Mögliche Themen:
– Einleitung (Worum geht es?)
– Reiseziele vorstellen
– Preispakete erklären
– Vorzüge des Reiseanbieters z.B. Inklusivleistungen, darstellen

Mögliche Gliederung nach Seiten: 
– Deckblatt = Überschrift
– Doppelseite innen = Einleitung, Reiseziele, Preispakete
– Rückseite: Generelle Vorzüge des Reiseunternehmens und Kontaktdaten
– Fotos für die Reiseziele
– Tabelle für Preispakete

Fazit: Behalten Sie den Grund Ihre Texterstellung immer vor Augen. So bleiben Sie Ihrer Zielgruppe in Sachen Stil und Inhalte treu. Die Wahl der Unterthemen führt zur richtigen Gliederung Ihres Entwurfs.

2. Schreibarbeit: schrittweise zum perfekten Text

In den zahlreichen Ratgebern und Blogs für wirkungsvolle Texte finden Sie diese generischen Regeln:

  1. Schreib lebendig und frisch
  2. Bleibe klar und konkret
  3. Verwende eine natürliche, einfache Sprache
  4. Schaffe Bilder in den Köpfen deiner Leserschaft
  5. Vermeide Fremdwörter
  6. Formuliere kurze Sätze
  7. Setze das wichtigste nach oben
  8. Schreibe aktiv, statt passiv

Das Beachten dieser 8 Tipps kommt einem Jonglieren mit 8 Bällen gleich. Kaum haben Sie einen Ball gefangen, müssen Sie ihn schon wieder in die Luft werfen, um den nächsten zu fangen.

Oft bleibt man dann an einem Satz ewig hängen, bis er „sitzt“. Dabei müssen Sie gar nicht in jedem Text alles berücksichtigen. Was für den einen Text ein No-go ist, ist für den anderen ein Must!

Mein Tipp: Formulieren Sie zuerst die zuvor gesetzten Themen aus und korrigieren Sie dann ggf. satz- oder absatindividuell den Stil.

Sehen Sie an 2 Textbeispielen, wie Sie vorgehen können

Beispiel 1: Blogartikel „Tipps fürs Kofferpacken“

Thema/Absatz:

„Koffermodelle“ (vgl. oben)

1. Kernaussage formulieren:

Es gibt genau 2 Modelle, die ich empfehlen kann. Den Koffertyp X und den Koffertyp Y. Für lange Reisen empfehle ich den ersten Typ X. Für Roadtrips empfehle ich den Typ Y.

2. Optimierungen definieren: 

– Vorteile integrieren
– Doppelungen streichen („empfehlen“), ganze Sätze formulieren
– Bilder schaffen („Reisebegleiter“)

3. Korrigieren:

Ich empfehle für mehr Sicherheit und Komfort (Vorteile integriert) bei langen Reisen das Modell X der Marke X. Benötigst (Doppelung gestrichen) du eher leichtes Reisgepäck, das sich für viele Stops eignet, ist das Modell Y der Marke Y dein perfekter Reisebegleiter (Bilder schaffen)!

Beispiel 2: Werbebroschüre „Frühbucher-Rabatt für Winterreisen in die Sonne“

Thema/Absatz:

„Einleitung“ (Worum geht es?)

1. Kernaussage formulieren:

Wir haben besondere Frühbucher-Rabatte für Winterreisen in die Sonne. Diese gelten für die beiden 
Reiseziele „Orient“ und „Karibik“.

2. Optimierungen definieren: 

– Aufhänger wählen 
– Vorteile integrieren
– Lust wecken

3. Korrigieren:

Lassen Sie den Winter ruhig kommen. Mit unseren Frühbucher-Rabatten entkommen Sie der Kälte an den schönsten Orten dieser Erde. (Aufhänger: Sommer im Winter/Vorteil) Entdecken Sie in diesem Winter Städte des Orients wie aus 1.001 Nacht oder das süße Nichtstun an den Traumstränden der Karibik! (Lust wecken) Bis zum XX.XX.XXX buchen und X% sparen! (Vorteile)

Fazit: Sie sparen viel Zeit, wenn Sie sich zuerst aufs Ausformulieren Ihrer Botschaften konzentrieren und dann erst die Optimierung vornehmen. Es ist außerdem ein ziemlich gutes Gefühl, wenn der Text erst einmal steht. Dann hat man einen großen Berg Arbeit schon gemacht.

PS: Mit der Zeit werden Sie immer besser und können wie ein Profi-Texter gleich beim Ausformulieren schon auf die wesentlichen Aspekte guter Texte achten, ohne nachträgliche Optimierung.

3. Finaler Check: die Checkliste für Texte, die wirklich gut sind

Wenn Sie mit Ihrem Text fertig sind, lassen Sie ihn idealerweise ein paar Stunden oder gar Tage liegen. Danach werden Ihnen Fehler ganz schnell auffallen. Alternativ bitten Sie eine*n Kollegen*in, den Text zu lesen.

In jedem Fall sollten Sie auf folgende Punkte am Ende achten:

  1. Tippfehler beseitigen
  2. Kommata prüfen
  3. Wiederholungen entfernen
  4. Call-to-Actions prüfen/ergänzen: Weiß der Leser, was ich von ihm möchte, z. B. „Jetzt Reise buchen“ oder „Jetzt Blog abonnieren!“
  5. Links prüfen: Funktionieren alle? Habe ich welche gesetzt?
  6. Bilder aussuchen
  7. Kontaktdaten ergänzen/prüfen
  8. Bei Online-Texten: Meta-Daten geschrieben? Alt-Attribute gesetzt?

Hilfreiche Links für Ihren letzten Check-up:

  1. Kostenloses Online-Synonymenwörterbuch „Openthesaurus“
  2. Bilddatenbank mit lizenzfreien Bildern „Pixabay“

(Die Angaben erfolgen ohne Gegenleistung und sind freiwillig.)

Sie denken Sie jetzt eventuell: Das klingt ja alles schön und gut, aber das ist so viel Arbeit. 

Ja, das stimmt, denn Texten ist ein echtes Handwerk. Eines ist jedoch sicher: Wenn Sie sich vorab keine Gedanken machen, was Sie schreiben möchten, und wenn Sie sich an jedem Satz aufhalten, bis er perfekt wird, wird es noch viel länger dauern.

Deshalb lieber langsam vortasten – oder gleich einen Profi beauftragen. Wir brennen nämlich für die Texterstellung. 🙂

E-Mail: kontakt@textstrategin.de

About Textstrategin Suzana Jordanovic

Profilfoto Texter Hamburg Suzana Jordanovic

Mein Name ist Suzana Jordanovic. Ich unterstütze Unternehmen und andere Selbstständige dabei, mit sprachlichen, textlichen und konzeptionellen Lösungen ihre Ziele zu erreichen:

  • Texte für Marketing und Werbung
  • Layout-Konzepte für Ihre Lösungen und Materialien
  • Planung und Koordination von Kreativ-Projekten
  • Marketing-Übersetzungen aus dem Italienischen, Französischen, Serbischen ins Deutsche

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar